Ernährung · Urgetreide · Keimbrot

Unser täglich Brot?

Brot war einmal Symbol für Weisheit, Leben und tägliche Nahrung. Doch moderner Weizen hat mit dem Brot der Antike kaum noch etwas gemein. Was passiert, wenn aus Korn wieder Keim wird?

Brot wurde in den Schriften der Antike mit Weisheit gleichgesetzt.

„Unser täglich Brot gib uns heute“ bedeutete demzufolge nicht nur Nahrung für den Körper, sondern auch Nahrung für Geist und Seele: wissbegierig zu bleiben, sich täglich weiterzubilden, nach vorne zu schauen und strebsam zu sein.

Doch das Brot, so wie wir es heute kennen, hat mit dem Brot von früher nicht mehr viel gemein.

Aus lebendigem Korn wurde industrielles Produkt. Aus Keimung wurde Schnellverarbeitung. Aus Nahrung wurde oft ein Träger für Gluten, Lektine, leere Stärke und moderne Züchtung.

Vielleicht ist es Zeit, Brot wieder von vorne zu denken: vom Samen aus.

Keimungmacht aus ruhendem Samen wieder lebendige Nahrung
Lektinegehören zu den Schutzstoffen vieler Samen
Glutenwird beim Keimen enzymatisch verändert
Sonnesteht im Essener-Text für das Feuer des Lebens

Das Brot von heute ist nicht das Brot von früher

Das Brot so wie wir es heute kennen, hat mit dem Brot von früher nun wirklich nicht mehr viel gemein.

Da Samen sich nicht vor ihren Feinden wehren können — davonlaufen oder kämpfen — haben sie eine andere Strategie entwickeln müssen: Bitterstoffe und Gifte, wie zum Beispiel Lektine.

Die Schutzstrategie der Pflanze

Samen, Nüsse, Bohnen und Getreide tragen Schutzstoffe in sich. Sie sollen verhindern, dass der Samen einfach gefressen wird, bevor aus ihm neues Leben entstehen kann.

Unser heutiger Weizen enthält ein Vielfaches der Lektine der Sorten des Urgetreides.

Lektine entweichen vom Samen — Nüsse, Bohnen, Getreide — wenn er gewässert wird. Zudem verwandelt sich während des Keimens das Gluten aus dem Getreide in lebenswichtige Enzyme.

Diese Enzyme sind dann auch gleichzeitig die Hefe, während unser gekeimter Teig geht.

Keimen statt nur mahlen

Ein Korn ist nicht einfach nur ein Kohlenhydratpaket.

Es ist ein schlafender Organismus. Unter den richtigen Bedingungen beginnt es zu leben: Wasser, Luft, Wärme und Licht aktivieren den Keimprozess.

1 Wasser Der Samen wird befeuchtet. Enzyme werden aktiviert.
2 Luft Der Keimprozess braucht Sauerstoff und Bewegung.
3 Sonne Wärme und Licht stehen symbolisch für das Feuer des Lebens.
4 Keim Aus ruhendem Korn wird wieder lebendige Nahrung.
Der entscheidende Gedanke

Beim Keimen wird Getreide nicht einfach verarbeitet. Es wird verwandelt. Aus Vorrat wird Wachstum. Aus Speicherstoff wird Aktivität. Aus totem Mehl wird ein lebendiger Prozess.

Auszug aus dem „Essener Evangelium“

Der folgende Abschnitt beschreibt Brot nicht als Industrieprodukt, sondern als Ergebnis von Wasser, Luft und Sonne.

„Meister, wo ist das Feuer des Lebens?“ fragten einige. „In euch, in eurem Blute und in euren Leibern.“ Auszug aus dem „Essener Evangelium“

„Und das Feuer des Todes?“ fragten andere.

„Es ist das Feuer, das außerhalb eures Leibes brennt und das heißer ist als euer Blut. Mit diesem Todesfeuer kocht ihr eure Nahrung in euren Heimen und auf euren Feldern.

Ich sage euch wahrlich, es ist das gleiche Feuer, das eure Nahrung und eure Leiber zerstört, gleich wie das Feuer der Bosheit eure Gedanken wie auch euren Geist verwüstet.

Denn euer Leib ist, was ihr eßt, und euer Geist ist, was ihr denkt. Eßt daher nichts, das durch ein stärkeres Feuer als das Feuer des Lebens getötet wurde.

Bereitet und eßt daher alle Früchte der Bäume und alle Kräuter des Feldes und alle Milch von Tieren, soweit sie sich zur Ernährung eignen. Denn sie alle werden durch das Feuer des Lebens genährt und gereift; alle sind Gaben der Engel unserer Erdenmutter.

Eßt dagegen nichts, dem erst das Feuer des Todes Geschmack verleiht; denn solches ist von Satan.“

Wie sollen wir denn unser täglich Brot ohne Feuer bereiten?

„Wie sollen wir denn unser täglich Brot ohne Feuer bereiten?“ fragten einige in großem Erstaunen.

Die Antwort des Essener-Textes

„Laßt die Engel Gottes euer Brot bereiten. Befeuchtet euren Weizen, damit der Wasserengel in ihn trete. Dann setzt ihn der Luft aus, damit auch der Luftengel ihn umarme. Und laßt ihn vom Morgen bis zum Abend in der Sonne stehen, damit der Sonnenengel in ihn herabsteige.“

„Und der Segen der drei Engel wird bald den Lebenskeim in eurem Weizen zum Sprießen bringen.

Zerquetscht nun eure Körner und macht dünne Waffeln (Obladen), wie eure Vorväter getan, als sie aus Ägypten, dem Hause der Knechtschaft, auszogen.

Legt bei Sonnenaufgang diese Obladen wieder in die Sonne, und wenn sie am höchsten steht, so wendet die Teigscheiben, damit auch die untere Seite vom Sonnenengel umarmt werden kann.

Bei Sonnenuntergang ist euer Brot gebacken.

Denn die Engel des Wassers, der Luft und der Sonne haben den Weizen auf dem Felde genährt und gereift, und ebenso müssen auch sie euer Brot bereiten.

Und die gleiche Sonne, die mit dem Lebensfeuer den Weizen wachsen und reifen machte, muß auch euer Brot mit dem gleichen Feuer backen.

Denn das Feuer der Sonne gibt dem Weizen, dem Brot und dem Leib das Leben. Doch das Feuer des Todes tötet den Weizen, das Brot und den Leib.

Und die lebendigen Engel des lebendigen Gottes dienen nur lebendigen Menschen. Denn Gott ist der Gott der Lebenden und nicht der Gott der Toten.“

Modernes Brot vs. ursprüngliches Keimbrot

Modernes Brot

  • oft aus hochgezüchtetem Weizen
  • schnelle Verarbeitung
  • stark erhitztes Mehlprodukt
  • häufig Zusatzstoffe und Backhilfen
  • kaum Keimprozess

Ursprüngliches Keimbrot

  • gewässertes und gekeimtes Korn
  • Aktivierung natürlicher Enzyme
  • Wasser, Luft und Sonne als Prozess
  • weniger industrielle Bearbeitung
  • Nahrung als lebendiger Wandel

Natürlich muss man alte Texte nicht wörtlich oder dogmatisch lesen. Aber sie erinnern an etwas, das moderne Ernährung oft vergessen hat:

Nahrung ist nicht nur Kalorie. Nahrung ist Information, Prozess und Beziehung zur Natur.

So esset immer vom Tische Gottes

„So esset immer vom Tische Gottes: die Früchte der Bäume, die Körner und Kräuter der Felder, die Milch der Tiere und den Honig der Biene.

Denn alles, was darüber hinausgeht, ist von Satan, und es führt über Sünden und Krankheiten zum Tode.

Die Nahrung dagegen, die ihr von der reichen Tafel Gottes eßt, gibt eurem Leibe Kraft und Jugend, und Krankheit wird euch fern bleiben.

Denn die Tafel Gottes speiste den alten Methusalern, und ich sage euch wahrlich, lebt ihr so, wie er lebte, so wird der Gott der Lebenden auch euch, wie ihm, ein langes Erdenleben schenken.

Denn wahrlich, ich sage euch, der Gott der Lebenden ist reicher als die Reichen dieser Erde, und seine übervolle Tafel ist reicher als die reichsten Festgelage aller Reichen dieser Welt.

Eßt daher all euer Leben lang am Tische unserer Erdmutter, und nie werdet ihr Not zu leiden haben.

Und eßt ihr an ihrem Tische, so eßt alle Dinge so, wie sie sich auf dem Tische der Erdmutter vorfinden. Kochet sie nicht, noch mischt sie miteinander, damit eure Eingeweide nicht dampfende Sümpfe werden.

Denn ich sage euch wahrlich, dies ist in den Augen des Herrn ein Greuel.“

Essener Brot / Pizza

Praktische Umsetzung

Links unter der Rubrik REZEPTE gibt es hierzu ein beliebig wandelbares Rezept.

Zum Rezept: Essener Brot / Pizza

Paleo-Hunter-Fazit

Die Frage ist vielleicht nicht, ob Brot gut oder schlecht ist.

Die bessere Frage lautet: Welches Brot?

Industrielles Brot aus modernen Hochleistungsweizen, schnell verarbeitet und stark erhitzt, ist nicht dasselbe wie gekeimtes Korn, das durch Wasser, Luft und Sonne zum Leben erwacht.

  • Brot war ursprünglich mehr als Sättigung.
  • Keimung verändert die Eigenschaften des Korns.
  • Samen tragen Schutzstoffe, die durch Wässern und Keimen reduziert werden können.
  • Ursprüngliches Brot war näher an Natur, Zeit und Prozess.
  • Vielleicht beginnt echtes Brot nicht im Ofen, sondern im lebendigen Korn.

Unser täglich Brot kann also auch bedeuten: täglich wach bleiben. Täglich lernen. Täglich prüfen, was wir wirklich nähren — unseren Körper, unseren Geist und unser Leben.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine ernährungsphilosophische Betrachtung und ersetzt keine medizinische oder ernährungstherapeutische Beratung. Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit sollten glutenhaltiges Getreide auch gekeimt nicht ohne fachliche Rücksprache verwenden.